LSD   Lysergsäuredietylamid

LSD wird in der Regel halbsynthetisch aus den Indolalkaloiden des Mutterkorns hergestellt. clapur1

Der Mutterkornpilz ist ein Schlauchpilz, der vor allem die Fruchtknoten von Roggen befällt. Im Mittelalter war das giftige Mutterkorn gefürchtet. Durch unvorsichtiges Verarbeiten des Pilzes mit dem Roggen kam es zu Massenvergiftungen. Der Verzehr des Alkaloides führt zu unerträglichen Brenngefühlen an Händen und Füßen bis hin zum Absterben der Extremitäten.  

Die typischen Mutterkornalkaloide sind Derivate der Lysergsäure. Die Lysergsäure selbst in pharmakologisch unwirksam. Erst durch ersetzten der Carboxyl-OH-Gruppe durch ein Amin entsteht zum Beispiel LSD oder Ergometrin. Wenn man statt des Amins ein cyclisches Tripeptid anhängt entstehen zum Beispiel Ergotamin oder Dihydroergotamin. 

Der reine Wirkstoff LSD ist ein weißliches, kristallines Pulver. Da schon geringste Mengen wirksam sind, wird die Droge in Flüssigkeit gelöst um sie tropfenweise zum Beispiel auf Löschpapier aufzubringen. Durch Perforation ist dieses Trägermaterial einfach zu portionieren. Diese "Trips" (siehe Bild unten) werden auf die Zunge gelegt und ausgesaugt.  

Das Halluzinogen LSD besitzt Affinität zu fast allen Serotonin-Rezeptoren, was seine hohe Wirksamkeit erklärt. Psychotrope Wirkungen treten bereis bei 20 bis 25 µg LSD oral aufgenommen, auf. Es kommt zu verstärkten Sinnenwahrnehmungen sowie optischen, seltener akustischen Halluzinationen. Das Raum- und Zeitgefühl geht verloren. Die Empfindungen sind sehr variabel, je nach Persönlichkeit, Umgebung und Gemütszustand des Konsumenten. Die Stimmung kann sehr schnell von Euphorie in Dysphorie umschwenken. Der sogenannte "Horrortrip" tritt häufiger ein als bei anderen Drogen wie zum Beispiel Cannabis. Durch Überschätzung gefährden sich viele LSD-Konsumenten. Sie springen beispielsweise aus dem Fenster, da sie glauben fliegen zu können oder lassen sich von einem Auto überfahren, da sie glauben unverletzlich zu sein. 

Bei chronischem Konsum tritt innerhalb 3-4 Tagen eine Toleranz auf, die sich innerhalb 4-7 Tagen wieder zurückbildet. Die Toleranzbildung hängt vermutlich mit einer Herabregulierung von Serotonin-Rezeptoren zusammen. Bis zu 80% der Konsumenten erleben einen "Flashback" . Dies kann einige Tage bis hin zu Jahren nach dem letzten Gebrauch auftreten. Diese können durch körperliche Anstrengung, starke Emotionen sowie durch Cannabis-Konsum ausgelöst werden und dauern einige Sekunden bis zu Minuten an. 

trip2Psychische Abhängigkeiten sind bekannt, physische Abhängigkeiten und Entzugssyndrome treten nicht auf. 

Durch LSD-Konsum können sich schwere Psychosen bilden, die phänomenisch nicht von einer Schizophrenie zu unterscheiden sind. Lysergsäuredietylamid kann je nach konsumierter Dosis bis zu 3 Tagen im Urin nachgewiesen werden.

Da sich der Nachweis im Picogrammbereich bewegt sind sehr empfindliche Nachweismethoden nötig. Als Screeningtest dient ein Radioimmunoassay (RIA). LSD wird häufig in einem Standard-Drogenscreening nicht miterfasst. Der LSD-Konsum ist eher selten und wird aufgrund der kurzen Nachweisbarkeit selten nachgewiesen.

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