Cannabinoide

Die Hanfpflanze Cannabis sativa (und andere Gattungen) enthalten den Wirkstoff THC (Delta-9-Tetrahydrocannabinol).

Aus dem Harz der Pflanze lässt sich Haschisch herstellen. Meist wird es zu Platten gepresst und enthält auch Pflanzen-, Blüten- und Blattreste. Haschisch hat etwa ein THC-Gehalt von 2 bis 10%.cannabis

Als Marihuana bezeichnet man die luftgetrockneten Blatt-, Blüten- und Stengelteile welche etwa 0,5 bis 7% THC enthalten. Das dickflüssige Haschischöl ist ein Cannabiskonzentrat und enthält etwa 30% THC.

Die Droge wird in der Regel inhalativ konsumiert . Meist zusammen mit Tabak als „Joint“ geraucht („gekifft“), kann jedoch auch oral als Tee oder z.B. als „Haschischgebäck“ aufgenommen werden. Sehr selten soll Cannabis auch als Reinsubstanz i.v. gespritzt werden.

Die Wirkung von Cannabis ist von Art, Zusammensetzung und Konsumart abhängig und wird zudem durch Situation, Zustand und Stimmung des Konsumenten beeinflusst. Bei Inhalation tritt die Wirkung rasch, bei oraler Aufnahme verzögert ein. Je nach Dosierung hält die Rauschwirkung einige Stunden an.

Cannabis bewirkt in erster Linie Stimmungsveränderungen und ähnelt darin dem Alkohol, jedoch scheint es nur selten zur Aktivierung aggressiver Impulse zu kommen. Der Cannabisrausch verläuft vielfach zweiphasig. Nach einer anfänglichen Periode der Stimulation (verstärkte Wahrnehmung, Euphorie, Angst) ist eine Periode der Sedierung (Dämpfung, Beruhigung) zu beobachten, die schließlich in Schläfrigkeit einmündet.

THC wird rasch verstoffwechselt. Als Endprodukt entsteht THC-Carbonsäure (THC-COOH). Der sich aufbauende THC-Blutspiegel fällt schnell wieder ab. Da THC lipophil (fettlöslich) ist kommt es zu einer Depotbildung im Fettgewebe. Diese Tatsache erklärt die asymtomatisch lange Nachweisbarkeit von Cannabis.

THC kann im Blut nur einige Stunden nachgewiesen werden. Die THC-Carbonsäure im Extremfall bis zu 25 Tage.

Im Urin wird THC bei chronischem Konsum mehrere Wochen bis hin zu Monaten gefunden.

cannabisblueteDer Nachweis im Urin kann einen zurückliegenden nicht von einem kurzfristigen Konsum unterscheiden. Im Blut kann jedoch, wenn Tetrahydrocannabinol gefunden wird, von einem kurz (5-12 Std.) zurückliegenden Konsum gesprochen werden.

Die Nachweismethoden, z.B. sehr empfindliche Enzymimmunoassays mit einem Schwellenwert von nur 20ng/ml, sind so genau, dass auch ein Passivrauchen von Cannabis ein positives Ergebnis verursachen kann. Es gibt zu diesem Thema widersprüchliche Studien. Man kann jedoch sagen, dass es im Extremfall (z.B. 3 Raucher und 1 „passive“ Person in einem PKW) schon zu einem Nachweis von mehr als 20ng/ml THC bei dem Passivraucher kommen kann. Ein Wert von mehr als 40 ng/ml wird jedoch eher unwahrscheinlich und gilt als „aktiv“ konsumiert.

In den letzten Jahren sind einige Nahrungs-, Genuss- und Körperpflegemittel auf Hanfbasis auf den Markt gekommen. Bei den Pflegemitteln sind die verabreichbaren Konzentrationen irrelevant. Auch kann wohl Hanfbier nicht in solchen Mengen getrunken werden, dass ein Nachweis von THC möglich währe. Relevant sind hingegen Hanfspeiseöl und Produkte aus diesen Ölen. Bereits 40ml Speiseöl aus Hanf führte bei einer Studie zu deutlich positiven Ergebnissen. Auch konnte nach einem Verzehr von 5 Hanfschnitten ein positiver Wert ermittelt werden.haschischsorten

Aus diesen Gründen werden Probanden, die regelmäßig Urinproben zum Abstinenznachweis abliefern müssen, angehalten sich vom einem passiven Konsum zu schützen und keine Hanfölprodukte zu benutzen.

 

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