Benzodiazepine

Benzodiazepine gehören heute zu den am häufigsten verschriebenen Medikamenten. Alle Benzodiazepine zeichnen sich durch gleiche Basiswirkungen aus. Je nach Präparat tritt eine der Wirkungen in den Vordergrund.

In Deutschland eingesetzte Benzodiazepine (23 Präparate):

Antiepileptische Wirkung

Clonazepam

Hypnotische Wirkung

Flunitrazepam, Flurazepam, Brotizolam, Lormetazepam, Nitrazepam, Triazlam, Temazepam, Loprazolam, Midazolam

Tranquilizer, beruhigende Wirkung 

Alprazolam, Clobazam, Medazepam, Bromazepam, Clorazepat, Oxazepam, Lorazepam, Prazepam, Nordazepam, Chlordiazepoxid, Clotiazepam, Diazepam

Muskelrelaxans 

Tetrazepam

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Weltweit werden über 40 Benzodiazepine eingesetzt.

Leider werden die Benzodiazepine auch missbräuchlich verwendet. Verschiedene Studien haben ergeben, dass der Abusus und die Benzodiazepin-Abhängigkeit an der Spitze der Medikamentensucht stehen. Neben der primären Abhängigkeit durch unkontrollierte Langzeiteinnahme therapeutischer Dosen (low-dosis-dependence), spielt die sekundäre Abhängigkeit eine wesentliche Rolle. So werden Benzodiazepine, zum Beispiel Flunitrazepam (Rohypnol ®), als Sucht- und Ausweichdroge verwendet. Es wird dabei ein vielfaches der normalen therapeutischen Dosis konsumiert und oft zusammen mit Alkohol und anderen Drogen eingenommen. Es kann dabei zu tödlichen Mischintoxikationen kommen. 

Oral aufgenommen werden die Benzodiazepine schnell resorbiert und ereichen die maximale Plasmakonzentration nach 30 bis 240 Minuten. Die Bioverfügbarkeit liegt generell über 70%. Die Halbwertszeiten sind stark unterschiedlich zwischen 60 Minuten und 100 Stunden. Einige Metaboliten wie etwa Desmethyldiazepam das aus Diazepam entsteht, besitzen ebenfalls ähnliche Wirkungen. So ist es möglich, dass Diazepam nicht mehr nachweisbar ist, jedoch Desmethyldiazepam noch einige Tage nachweisbar bleibt. Dieser stark ausgeprägter Metabolismus erschwert oft die Analyse und die Interpretation der Ergebnisse.

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Wird beispielsweise in einer Probe nur Oxazepam nachgewiesen ist eine Zuordnung zur konsumierten "Muttersubstanz" nur bedingt möglich. Die alleinige Identifizierung von Oxazepam lässt auf 14, in Deutschland davon 7 erhältliche Benzodiazepine und somit auf duzende von verschiedenen Präparaten schließen (siehe Diagramm).

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