Amphetaminderivate und sogenannte Designerdrogen

Die Bezeichnung Designerdrogen leitet sich vom englischen Verb „to design“ (entwerfen) ab. Man will damit ausdrücken, dass es sich um systematisch geplante und synthetisch hergestellte Drogen handelt. Man versucht also, durch chemische Modifizierung bereits bekannter psychotroper Substanzen die gesetzlich geregelten Überwachungs- und Kontrollmaßnahmen zu umgehen. Inzwischen ist jedoch die Gesetzeslage dahingehend verändert worden.

Amphetamin wurde erstmalig 1887 synthetisiert. Im 2. Weltkrieg wurden Amphetamin und Derivate zur Steigerung der Leistungsfähigkeit eingesetzt. Auch wurden diese Stoffe als „Dopingmittel“ im Sport eingesetzt. Schon bald hat sich jedoch gezeigt, dass diese Anwendungen mit einem hohen Risiko eines Kreislaufkollaps und psychischen Zusammenbrüchen verknüpft war. Es folgte die Synthese einer Vielzahl von Derivaten die zum Teil als Appetitzügler eingesetzt wurden, jedoch mit erheblichen Nebenwirkungen.

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Das bedeutendste Derivat ist sicherlich MDMA (Methylendioxymethamphetamin). In der Drogenszene werbewirksam als XTC (Ecstasy) bezeichnet.

 

Bereits 1913 ließ sich die Firma Merk dieses Derivat als Appetitzügler patentieren. Seit den 60er Jahren werden Amphetamin und seine Derivate in der Drogenszene als Stimulantien konsumiert.

Während Amphetamin und Methamphetamin oft als Pulver vertrieben werden, wird MDMA und eine Vielzahl weiterer Derivate und diverser Zusatzstoffe in Tablettenform hergestellt. Auf die Tabletten geprägte Motive sollen die Wirkungen der Substanzen beschreiben. Sicherlich wird dadurch auch die Hemmschwelle für den Konsum dieser gefährlichen Droge herabgesetzt. Die Tabletten werden oftmals in illegalen „Hinterhof- oder Kellerlaboratorien hergestellt. So ist immer unklar wie die Dosierung und die Qualität der Wirkstoffe ist. Oftmals werden diverse Zusatzstoffe beigesetzt, die das Risiko für den Konsumenten weiter steigern. 

Seit Anfang der 90er Jahren hat sich durch die Entwicklung der Technoszene ein regelrechter Massenkonsum von Ecstasy-Tabletten entwickelt.

XTC ist keine harmlose Partydroge sondern vielmehr eine gefährliche, unberechenbare Gefahr für jeden der auch nur einmall die Wirkung testen will. In jüngster Zeit werden erstmals Studien über die Langzeitwirkung der Amphetaminderivate veröffentlicht.

Auf den Seiten der Informationszentrale für Vergiftungen der Uni Bonn finden sie unter anderem mehr als 100 Bilder von Amphetaminderivaten in Tablettenform und eine Erste-Hilfe-Liste bei Ecstasy-Vergiftungen.

Im immunologischen Drogenscreening werden diese Designerdrogen unter der Rubrik Amphetamin/ Methamphetamin erfasst und mit der gekoppelten Gaschromatographie-Massenspektrometrie bestätigt und identifiziert. 

Nachweisdauer im Harn: 1-2 Tage bis zu einer Woche.
Nachweisdauer im Blut: einige Stunden

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